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Autor: Hanna

DMEXCO 2017: Interview mit Ansgar Ellmer, CEO BAM Media

DMEXCO 2017: Interview mit Ansgar Ellmer, CEO BAM Media

Thema: Dmexco 2017

Warum Dmexco? Warum gehen Sie mit Ihrem Unternehmen zur Dmexco? Und was ist das Besondere an dieser Messe?

Ansgar Ellmer: Die Dmexco – dadurch, dass sie Europas größte Digitalmesse für die Bereiche Marketing und Vertrieb ist – passt natürlich zu uns. Und es gibt auch keine vergleichbare Messe, die ich jetzt in dieser Größenordnung in Europa kenne, wo kleine und große Konzerne sich treffen. Es ist für jeden Platz! Egal, ob es eine Start-up Firma ist oder ob es im Endeffekt Amazon ist. Darum ist sie so spannend und eigentlich auch so kreativ.

 

Und wo würde sich BAM Media dort einordnen? Klein-, Mittelständischer oder Großbetrieb?

Angsar Ellmer: Grundsätzlich natürlich die Weltherrschaft an sich zu reißen. Aber das haben wir noch nicht, daher würde ich sagen wir sind so der Mittelstand.

 

Die Dmexco ist in den letzten Jahren stetig gewachsen, jetzt wurde sie nochmal um eine Halle erweitert. Was sind Ihrer Meinung nach die größten inhaltlichen Veränderungen der letzten Jahren gewesen?

Ansgar Ellmer: Das ist eine gute Frage. Wir sind eigentlich noch digitaler als früher geworden, würde ich sagen. Obwohl als Digitaler ist das schon schwierig zu sagen. Aber tatsächlich, dadurch dass die Künstliche Intelligenz im Vordergrund steht. Die Auswertbarkeit von Informationen, Daten, Kaufverhalten – das ist viel mehr zusammengewachsen. Was leider so ein bisschen erschreckend ist, ist dass auch Agenturen – wir sind jetzt keine Agentur – aber dass solche sich tatsächlich zusammen getan haben und die natürlich zu Großagenturen werden. Und obwohl es dadurch noch kreativ ist geht natürlich einiges davon verloren, das ist ein bisschen Schade. Das müsste die Dmexco auch mal so grundsätzlich verändern.

 

Das Motto lautet „Lightening the Age of Transformation“ und setzt somit auf konsequente, nachhaltige Transformationsfähigkeit. Inwieweit unterstützt Ihr Unternehmen BAM Media dieses Motto?

Ansgar Ellmer: Ich hab’s mir nicht ausgedacht. Ehrlich gesagt finde ich dieses Motto irgendwie sensationell komisch. Wir haben glaube ich wenig mit diesem Motto zu tun und grundsätzlich ist es alles transformiert – schon gefühlt seit 30 Jahren! Von daher verstehe ich dieses Motto von den Dmexco-Veranstaltern nicht.

 

Wie ist denn generell die Zusammenarbeit mit Konkurrenten? Gibt es ein großes Konkurrenzdenken in dieser Branche oder gibt es da auch ein Miteinander?

Ansgar Ellmer: Die Frage ist jetzt, was halten Sie denn für Mitbewerber? Amazon sehe ich für uns jetzt nicht als Mitbewerber, sondern eher als Kunde. Wenn wir tatsächlich direkt die ganzen Reichweiten, Influencer Bereiche, aber auch Daten und Big Daten-Bereiche sehen, dann haben wir natürlich den ein oder anderen Mitbewerber dabei, der aber nur Teile abgreift und dadurch haben wir immer eine Chance – da wir ein Gesamtpaket übergeben. Alles, was das Marketing betrifft, dass wir uns relativ gut darstellen. Man arbeitet mit Mitbewerbern auch tatsächlich gerne zusammen, gar keine Frage. Es ist nicht mehr ganz so schlimm, wie noch in den 2000er, würde ich sagen, wo jeder von jedem am liebsten alles weggenommen hätte. Sondern es ist schon so, dass man mehr zusammenrückt. Einfach weil es auch so eine große Dominanz gibt von den Großkonzernen, von den großen Agenturen. Und dann rückt natürlich der Mittelstand schon eher zusammen und dann sieht man zu, dass man natürlich gemeinsame Projekte auf die Beine stellt. Aber es gibt auch immer noch einfach die Unverbesserlichen, die entsprechend – sagen wir es mal so – dem anderen nicht alles gönnen und versuchen, alles dagegen zu halten. Aber die gehen meistens auch relativ schnell unter.

 

Was erhoffen Sie sich von den zwei Tagen in Köln? Was ist Ihr Ziel?

Ansgar Ellmer: Ich glaube tatsächlich unser Ziel ist es, unsere Positionierung der BAM – da wir eine Umbenennung haben – noch zu stärken. Letztes Jahr sind wir das erste Mal als BAM aufgetreten und stellen mittlerweile das sechste Mal in Folge auf der Dmexco aus. Die BAM natürlich mit ihren drei Produkten nach vorne zu bringen, und was besonders im Augenmerk liegt, ist tatsächlich der Star-Bereich, Influencer Bereich. Das macht aber auch unglaublich viel Spaß, weil man relativ viel Reichweite bekommt und sehr dankbare Menschen, die einem Star natürlich – hätte beinah gesagt – auch hinter hinterherrennen und zumindest sehr positiv gegenüber gestimmt sind. Und dadurch kann man sehr sehr viel machen, wenn man es nicht versaubeutelt. Deshalb erwarte ich, dass der Influencer Bereich das größere Thema bei uns sein wird. Besonders auch, weil wir Familie Willis bei uns am Stand haben und noch so den ein oder anderen Überraschungsgast.

 

Damit haben Sie jetzt schon fast die nächste Frage beantwortet: Worauf können sich die Kunden an Ihrem Stand freuen?

Ansgar Ellmer: Auf mich. Nein, wo drauf können sie sich freuen? Ich glaube, auf Lockerheit, wesentlich mehr, als es in der vergangenen Zeit war, weil auch wir natürlich Einiges dazugelernt haben, anders mit der Messe als solches umzugehen. Wir haben zwischenzeitlich immer nur Anzug getragen, mittlerweile tragen wir jetzt Anzug und Turnschuhe. Und ich glaube, das Schönste, was die Kunden erwarten können ist ein unglaublich tolles Team, was sich darauf freut, die Kunden begrüßen zu dürfen. Nicht um dementsprechend was zu verkaufen – was sicherlich auch in einem gewissen Maß erwünscht ist – sondern, dass sich auch kommunikativ selbst erweitert, durch inspirierende Gespräche, die uns dann einfach in der Weiterentwicklung weiterhelfen.

Wo sehen Sie BAM Media in den nächsten Jahren? Gibt es da eine Hoffnung oder einen Wunsch, wo BAM Media mal stehen sollte?

Ansgar Ellmer: Also, wir wollen der größte Datenanbieter in den nächsten Jahren weltweit werden. Genau, Weltherrschaft kommt dann auch wieder zum Tragen – was alles an Daten angeht, die vorgelagert sind. Vorgelagert meine ich, heute sammelt natürlich jeder Daten, jeder Konzern, jede Firma. Es gibt glaube ich niemanden, der das nicht mehr sammelt. Aber wir sammeln nicht nur Informationen als Daten ein, sondern natürlich auch Daten, die man Anfassen kann wie eine E-Mail-Adresse oder Postadresse, die so optimiert ist, dass der Enduser endlich mal nicht mehr genervt ist – das ist eigentlich so ein größeres Ziel dahinter. Und dass es keine Spams gibt, sondern dementsprechend wirklich nur noch eine Mail. Das trifft auf mich selber zu, denn mich nervt das selber, dass ich so viele Spams oder sonstigen Müll per Post oder E-Mail zugeschickt bekomme. Sondern, dass man die Kunden nur erreicht, wenn sie wirklich das Produkt gebrauchen. Dadurch braucht man A. relativ viele Informationen, wo Datenschützer natürlich immer sehr kritisch sind. Ich glaube, dass es zum Schluss für den Enduser am schönsten ist, dass er nur noch eine Mail bekommt. Und bei einer Wahrscheinlichkeit, dass es 75 % betrifft, dass es das richtige Produkt bzw. die richtigen Angebote sind.

 

Also wird das, Ihrer Meinung nach, auch das Thema in der Zukunft sein, dass es auf den Alltag des Menschen ein bisschen besser angepasst sein muss?

Ansgar Ellmer: Ja, also ich glaube mittlerweile – das hat eine letzte Statistik in der Horizont gezeigt – dass die Zustimmung der Daten, die man von sich persönlich rausgibt, bei den jungen Leuten erst recht, aber auch bei den gesetzteren Leuten stattfindet. Ohne die Freigabe seiner Daten geht halt heutzutage gar nichts mehr. Den gläsernen Kunden wird’s geben, ob man es will oder nicht. Es kommt jetzt eigentlich nur noch drauf an, wem man eigentlich seine Daten anvertraut und dann auch mit dem Richtigen zusammenarbeitet, der die Sicherheit bieten kann. Dass es nicht für politische Dinge oder Sonstiges ausgenutzt wird.

 

Und als abschließende Frage: Wir wissen ja jetzt, was Sie ihrem Unternehmen wünschen, aber was würden Sie sich für Ihre Branche wünschen?

Ansgar Ellmer: Mehr Kreativität! Allen Ernstes, der Marketingbereich – und zur vorherigen Frage ein bisschen ergänzend – muss sich dieser Influencer Bereich wirklich professionieller darstellen, weil viele meckern rum, dass es unprofessionell organisiert wird, keiner weiß, ob ein Influencer wirklich zu der Marke passt oder nicht. Das können wir mittlerweile ganz gut abdecken, da wir eine eigene künstliche Intelligenz haben. Dann stimmt das natürlich mit den Daten überein, dass man die Daten gleich einsetzt, dass nicht jeder Influencer das Problem ist. Und das er zu einer Marke passt. Genau das meine ich, dass man viel mehr Kreativität einsetzt, neue Ideen, dass man mehr Möglichkeiten schafft, aber sicherlich auch alte Sachen wieder nach vorne schafft. E-Mail war lange totgesagt und jetzt fällt denen mal wieder ein, wir wollen wieder E-Mails haben. Aber auch da kann man viel besser dran arbeiten – und das fehlt. Der Branche fehlt es an Innovationen was Marketing-Möglichkeiten angeht. Sie sind auch begrenzt. Es gibt zwar tolle neue Produkte, oder ein Amazon erweitert sich mit ganz tollen neuen Sachen, was dann allerdings als Produktherd da ist. Aber dieses muss trotzdem vermarktet werden. Wir sind zwar in Deutschland Weltmarktführer, was Vermarktung angeht. Selbst die USA sind nicht annähernd so weit wie wir. Die sind zwar toll in der Erfindung von irgendwelchen Sachen, wie zum Beispiel Facebook oder sowas. Aber was das Vermarkten und Marketing, alles was da drum herum den Onlinebereich angeht, sind sie noch relativ weit davon entfernt. Da sind wir schon weit, aber wir haben auch so in den letzten drei-vier Jahren eigentlich nichts Neues auf den Markt gebracht. Und das würde ich mir wünschen!